12. März 2020

5 Fragen an Stefan Tischer

Grün ist die Farbe der Natur, des Wachstums, der Kreativität und der Ruhe. Farbforscher attestieren dem „Grün“ Sympathie. Es kommt nicht von ungefähr, dass sich Menschen in Wälder, Parks oder Gärten begeben, um Kraft zu tanken und Ideen zu sammeln. Um Grünzüge, Plätze und Anlagen zur Erholung und Freizeitnutzung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen kümmert sich in der Stadt Dachau die Abteilung Stadtgrün und Umwelt. Zu ihrem Aufgabengebiet gehören kleine sowie große Anlagen und Parks, 30 öffentliche Spielplätze, die Freianlagen der städtischen Kindergärten und Schulen sowie die Friedhöfe. Wir haben uns mit Landschaftsarchitekt Stefan Tischer, Leiter der Abteilung, über Chancen, Potenziale und den Status quo unterhalten.

Herr Tischer, Ihr Sachgebiet heißt „Stadtgrün und Umwelt“. Sie kümmern sich um Grünzüge, Spielplätze, Parks und Freizeitanlagen im Stadtgebiet. Welche Flächen gehören diesbezüglich in Dachau zu den größten?

Die größten Grünzüge in Dachau sind der Stadtwald in Dachau Süd und das grüne Band entlang der Amper, das im Westen und Norden der Stadt breiter ist, in der Stadtmitte enger. Große Spielplätze sind über das ganze Stadtgebiet gut verteilt wie die Jakob-Kaiser-Anlage in Dachau-Ost, der Spielplatz an der Gröbenrieder Straße in Dachau-Süd und der Amper-Spielplatz im Westen Dachaus. Größere Freizeitanlagen sind der Skaterpark an der Kufsteiner Straße und der Trimm-Dich-Pfad im Stadtwald. Die schönste Parkanlage ist meiner Meinung nach der Moorbadpark am Fuße der Altstadt. Ich finde, dass auch naturnahe Flächen für die Bürger wie für die Pflanzen- und Tierwelt wichtig sind, um Natur in der Nähe beobachten zu können. Dafür bieten sich die Amper, deren Auwälder und einige Flächen im Südwesten und Osten Dachaus, dem Dachauer Moos, an.

Die Menschen scheinen sich wieder mehr für die Themen Natur und Umwelt zu interessieren – und im Zeitalter der Digitalisierung nach Rückzugsorten im Grünen zu sehnen. Welche konkreten Projekte gibt es im Stadtgebiet aktuell bzgl. Luftreinhaltung oder Bienenrettung?

Das größere Umweltbewusstsein kommt uns sehr entgegen. Wir versuchen schon seit mehreren Jahren, die naturnahen Flächen nach regionaltypischen Gesichtspunkten zu verbessern. Indem im Straßenbegleitgrün und auf Grünflächen von kurzgehaltenen Vielschnittrasen auf blütenreiche Wiesen umgestellt wird. Wir säen dafür heimische Wiesenblumen ein, die in der Region gesammelt und vermehrt wurden. Bei Ausgleichsflächen werden im Gebiet des Dachauer Mooses ehemals typische blütenreiche Feuchtwiesen neu entwickelt. Flache Mulden und abflusslose Gräben tragen zu größerer Standortvielfalt und Lebensraum für Libellen und Amphibien bei. Im Dachauer Hügelland werden auf frisch hergestellten Blumenwiesen alte Obstsorten aufgepflanzt. Alte Obstwiesen sind ein Hotspot des Artenreichtums. Bezüglich der Luftreinhaltung tragen die seit Jahrzehnten gepflanzten Straßenbäume enorm zu einer grünen Stadt Dachau bei. Der Baumbestand wird gehegt und gepflegt, da wo es möglich ist auch ergänzt.

Welchen beruflichen Background haben Ihre Mitarbeiter und schaffen Sie es, die vielfältigen Aufgaben mit dem Stammpersonal zu bewältigen?

Ich habe sehr gute Mitarbeiter, von Ingenieuren der Landschaftsarchitektur und Gärtnermeistern über ausgebildete Gärtner bis hin zu gut eingearbeiteten Helfern. Wir betreuen ja in Dachau alle Neubaumaßnahmen im Bereich Stadtgrün genauso wie die Unterhaltsmaßnahmen. Die meisten Arbeiten können wir mit unserem Stammpersonal bewältigen. Jedoch sind die Arbeiten so zahlreich und zeitlich eng zu betreuen, dass bestimmte Arbeiten durch externe Unterstützung erledigt werden. Wie zum größeren Teil die Abfalleimerleerung im Stadtgebiet, teilweise die Pflege von Bodendecker-Flächen im Straßenbegleitgrün, und auch bei der Baumkontrolle und bei der Baumpflege können wir durch die große Anzahl der Bäume nicht auf externe Unterstützung verzichten. Die umfangreichen Neubaumaßnahmen wie Freianlagen zu Kindergärten, Schulen oder neue Grünzüge werden in der Regel durch externe Firmen hergestellt.

Im Vergleich zu anderen Städten in der Region (FFB, Freising, Erding, München etc.): Wo steht Dachau, wenn man sich das Verhältnis von Grünflächen zu bebauten Flächen anschaut?

Wo viele Menschen sind, werden Grünflächen als Erholung benötigt. In Dachau gibt es als Rückgrat die Amper und viele kleinere Grünflächen, die gut über das Stadtgebiet verstreut sind. Ich vermisse allerdings den zentralen, großen Stadtpark. An der Amper kann man leider nicht geschlossen durch das Stadtgebiet radeln. Auch viele angrenzende Stadtrandflächen sind für die Erholung nur bedingt nutzbar, sie sind wegemäßig nicht erschlossen und oftmals unattraktiv.

Fürstenfeldbruck hat ebenfalls die Amper als Rückgrat und das Pucher Meer. In Freising ist die Isar das Maß aller Dinge. Hier kann man wunderschön Richtung Süden und Osten radeln oder auf der Kiesbank picknicken. Erding kenne ich zu wenig. München profitiert von seinen großen Parkanlagen wie Nymphenburg, Englischer Garten, Riemer Park und vor allem der bis zum Deutschen Museum relativ wilden Isar. Die Flächen sind im Sommer aber so stark genutzt, dass mich die Mengen an Abfall und die darauf befindlichen tierischen Hinterlassenschaften stören. Resümee: Überall braucht es ein Mehr an Grün!

Was läuft in Sachen Grünanlagen in Dachau richtig gut und wo gibt es noch Verbesserungspotenzial?

Der zentrale Stadtpark ist noch zu finden. Die Wegelücken entlang der Amper sind zu schließen. Für die Erholung sind weitere Flächen zu gewinnen, besonders am Stadtrand. Richtig gut sind die vielen Straßenbäume in Dachau, welche Dachau komplett grün erscheinen lassen. Das ist auch der große Unterschied zu Fürstenfeldbruck, Freising und Erding. In keiner der genannten Städte sind die Straßen so durchgrünt wie in Dachau. Und die vielen kleinen verstreuten Grünanlagen in Dachau garantieren eine wohnortnahe Durchschnaufpause.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

 

Sie möchten Kontakt zur Abteilung „Stadtgrün, Umwelt und Stadtbauhof“ der Stadt Dachau aufnehmen? Ansprechpartner und Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier .

Konkrete Förderprogramme der Stadt Dachau im Umweltbereich finden Sie hier .

[Ein Artikel aus unserem Hauspost-Archiv. Der Artikel erschien erstmals 2019 in Hauspost Nr. 6.]

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